Über mich

Wahrscheinlich nahm alles im Frühling – Sommer des Jahres 2000 seinen Anfang.
Ich hatte gerade meine Ausbildung zum Papiertechnologen abgeschlossen und war als Geselle/Facharbeiter in der gleichen Fabrik tätig. Ein „Beinahe Unfall“, welcher tödlich geendet hätte, ereignete sich bevor ich die Fabrik für ein Jahr wegen meines Zivildienstes (Sommer 2001 – Frühling 2002) verlassen hatte.
Kaum In der Papierfabrik zurück, entwickelte ich die ersten neurologischen Beschwerden. Mein linkes Bein fühlte sich immer warm an, irgendwann bekam ich Schmerzen im Nacken, da dachte ich an Verspannungen oder ähnliches, die Schmerzen wurden unerträglich und ich wurde in ein Klinikum mit Neurologie Abteilung eingewiesen. Das war mein erster Schub, auf dem Höhepunkt war ich auf der linken Körperhälfte ab dem 4. Halswirbel gefühlslos und auf der rechten Körperhälfte motorisch beeinträchtigt, zum Glück war ich nur einen Tag gelähmt. Eines Tages, ich konnte gar nicht aufstehen, da kam ein Arzt und teilte mir mit: „Es kann schon sein, dass das so bleibt.“ – toll dachte ich mir, Einfühlungsvermögen. Der Schub wurde als ´zervikale Myelitis´ diagnostiziert, ich bekam eine Kortison Stoßtherapie (die nicht anschlug), wurde ohne Besserung entlassen und meine Symptome haben sich nach etwa 6 Wochen soweit gebessert, dass ich wieder Treppensteigen konnte.
2003 hatte ich mir das Buch ´Natürliche MS-Therapien´ (http://www.amazon.de/gp/product/3548710336?psc=1&redirect=true&ref_=oh_aui_detailpage_o04_s01) von Christine Wagener-Thiele bestellt, obwohl ich noch keine MS-Diagnose hatte. War da so ein „Gefühl“, was sehr gut war, denn in diesem Buch fand ich den entscheidenden Satz: „Die meisten Betroffenen werden nicht durch die MS, sondern durch die Medikamente Arbeitsunfähig“ (oder so ähnlich, das Buch habe ich verliehen oder verschenkt)
So hatte ich ca. 1-2 „Schübe“ pro Jahr, meistens leichte sensorische Beeinträchtigungen nichts Dramatisches, immer nach körperlicher Beanspruchung, die sich nach ca. 6-8 Wochen Ruhe wieder gaben.
Es stellte sich heraus, das ich jedes Mal wenn ich starken sportlichen Belastungen ausgesetzt war, sei es Arbeit, Klettern, Maximalkrafttraining im Fitnessstudio, etc., sich neurologische Beschwerden einstellten. Das hat mich dazu gebracht die allgemein Gültige These von der MS, das fehlgesteuerte Immunsystem greift den eigenen Körper an, (zumindest bei mir) in Frage stellte und eher an so etwas wie an schädliche (End-)Produkte des Energiestoffwechsels glaube.
Somit konnte ich auf keinen Fall der gängigen Therapie, einer Immunmodulation zustimmen. Wenn ich mich mit MS Patienten und behandelnden Ärzten unterhalte, stelle ich fest, dass der Zweifel an der Sinnhaftigkeit der jetzigen Therapie, nicht nur bei mir, durchaus berechtigt ist.
Auf meine Verdächtigungen von möglichen Auslösern wurde von meinem Neurologen nicht eingegangen, also habe ich mich ab Dezember 2007 dann dazu entschlossen meine These vom ´Belastungs-Auslöser´ zu prüfen und habe einen Sportversuch durchgeführt:
Jeden Tag Poweryoga, ´Der Krieger in Dir: Männeryoga für mehr Power und Leistungskraft´ von Geo Takoma, hin und wieder zum Ausruhen Poweryoga von Ursula Karven. Nach kurzer Zeit der „Erfolg“:
Sensibilitätsstörung im linken Schulterblatt, Feinmotorik rechts gestört, konnte nicht mehr schreiben, Zähneputzen, Sensibilitätsstörung linker Arm, Sprachfehler
Das hat mich im Februar 2008 zu der gesicherten Diagnose MS gebracht, über meinen Bericht, wie es zum Schub kam wurde nur gelächelt, Einbildung. Vorschlag Immuntherapie, abgelehnt meinerseits.
Auf meinen Hinweis, dass es aufgrund von Belastungen extremer wird, bzw. der Auslöser ist, wurde mir keinen Glauben geschenkt. Alle Besuche bei diversen Neurologen, freie wie auch MS-Kliniken (für was haben die die Auszeichnungen der Pharmariesen an der Wand, dachte ich mir), Diagnose: MS, ohne Untersuchung nur der Befund von 2002 und das die Beschwerden wiederkehrt sind, ist genug dafür.
Auch dieses Mal wurde der Schub nicht behandelt und nach ca. 10 Wochen Ruhe hatte ich keine Beschwerden mehr, komplette Remission.
Da ich von Seiten der Gesundheitsindustrie keinerlei Hilfe bekam, probierte ich verschiedene Ausleitungsmethoden wegen Quecksilber und Aluminium aus, besuchte viele Heilpraktiker, sowohl körperliche als auch geistige Ebene… (Super spannend war die Rückführung zu meinem Beinahe-unfall)
Hatte viele Entgiftungserscheinungen und sehr lehrreiche Begegnungen mit interessanten Menschen. Aber eine wirkliche Besserung hab ich nicht erfahren, wobei man nicht sagen kann, wie der Verlauf gewesen wäre, hätte ich gar nichts gemacht.
Im September 2009 machte ich meinen ersten Versuch mit Veganer Rohkost (Ich hätte eher im Frühling starten sollen). Dabei ging es mir sehr gut, nur hat es mich ständig gefroren, ich habe mich zu wenig damit beschäftigt und zu wenig Nahrung zu mir genommen.
Mein Arbeitsumfeld änderte sich ab 2010, dieses war immer schwerer mit der MS vereinbar. Zuerst hörte ich auf im 3-Schicht System zu arbeiten, dann verkürzte ich meine Woche auf 4 Tage und letztlich kündigte ich Ende 2013.
Im September 2014 startete ich meine Ausbildung zum Erzieher an einer Fachakademie für Sozialpädagogik, ich wusste nicht, was ich machen wollte, dachte mir, die einzige Branche, welche einen chronisch Kranken und Behinderten Menschen einstellen würde, ist die Soziale. Also wollte ich eine Qualifikation im sozialen Bereich, obwohl mir bewusst war, dass ich als MSler eine Arbeit als Betreuer wenn überhaupt nur zeitlich begrenzt und nur in bestimmten Bereichen ausführen könnte.
Mit dem Schub ab Ostern 2015 deren Auswirkungen sich noch bis heute ziehen (stand Dezember 2015), hat sich die Ausbildung wahrscheinlich auch gegeben….
Jetzt stelle ich konsequenter meine Ernährung um und sorge nachhaltiger für ein stressreduziertes Leben.

Ich stelle mir manchmal eine wichtige Frage:
Was hat mir die Krankheit gebracht? – und komme zu dem Ergebnis, dass es nicht nur schlechtes ist

--Hias, 15.12.2015